Hoi zäme!
Ein kurzer Rückblick für euch.
Nachdem ich von meiner Patagonienreise zurückkam, hatte ich noch eine Woche Schule. Danach starteten für alle, die bestanden hatten, die Ferien. Bereits in der ersten Woche fuhr ich mit meiner Gastfamilie in Richtung Norden. Sie nahm mich mit nach Jujuy.
Zu meiner Gastfamilie gehört meine Gastmutter Cecilia. Mit ihr hatte ich vor meiner Ankunft über WhatsApp bereits am meisten Kontakt. Regelmässig geht sie zum Tanzen und Yoga. Sie ist ein sehr offener Mensch und sehr gesprächig. Genau wie für meinen Gastvater Damian sind Freunde für sie sehr wichtig. Abends sind häufig Leute bei uns im Haus oder wir sind eingeladen. Beide arbeiten als Universitätslehrer. Mein Gastvater arbeitet zusätzlich noch bei einem Fernsehsender. Dienstags spielt er immer Fussball. Sie haben zwei Kinder, meine beiden Gastbrüder Ciro (15) und Dante (13). Sie spielen Basketball und trainieren oft auch zu Hause im Garten. Mit beiden kann man viel lachen. Mit Ciro spreche ich häufig über das Thema Austauschjahr, denn er wird nächstes Jahr in sein Austauschjahr aufbrechen.
Wir füllten als Familie zu fünft das Auto komplett. Die zwölf stündige Autofahrt startete damit, dass mein Gastvater argentinischen Rock abspielte. Von diesem ist er grosser Fan. Die Musik wurde von allen jedoch noch häufig diskutiert und gewechselt, so lernte ich viel neue argentinische Musik kennen. Am Abend erreichten wir müde unsere Unterkunft in San Salvador de Jujuy. Die Stadt liegt im regenreichen Teil der Provinz und ist sehr grün und nahe bei Wäldern. Einige Minuten spazierten wir durch die Stadt, bis wir uns auf ein gemütliches Restaurant einigten. Wir testeten zwei Spezialitäten der Provinz, Tamales und Humitas. Die Hauptzutat ist Mais und sie werden auch im Maisblatt serviert.
An unseren beiden Tagen in San Salvador fuhren wir in die Wälder, bewunderten die Landschaft vom Auto und spazierten Flüssen nach, in denen wir badeten. Einmal kamen wir im Auto an einem abgelegenen Dorf vorbei. Dies hatte eine Schule, eine Arztpraxis, zwei Bushaltestellen und noch etwa zehn weitere Häuser. Ein Herr erzählte uns, es hätte ein grosses Einzugsgebiet und er sei von seinem Haus mitten im Wald zwei Stunden hingewandert. Am letzten Abend besuchten wir alte Freunde meiner Gasteltern. Diese hatten sie im Studium in Cordoba kennengelernt. Das Essen war gemütlich und wir erhielten viele Tipps für unsere Weiterfahrt am nächsten Morgen.
An diesem fuhren wir in den trockenen Norden. Innerhalb weniger Minuten änderte sich die Landschaft und Bäume wurden von Kakteen ausgetauscht. Nach weniger Zeit erreichten wir Tilcara in dem sich unser gemietetes Häuschen befand. Wir besichtigten die Nachbildung einer Stadt indigener Bevölkerung. Den Abend ließen wir noch mit einigen Kartenspielen ausklingen.
Der nächste Tag war mein Höhepunkt. Wir wanderten zwischen den roten Bergen und kamen dabei an Höhlen, schmalen Tälern und zum Abschluss an mehrfarbigen (roten, weissen und schwarzen) Bergen vorbei. Die Wanderung war bei Hitze auf über 3000 m.ü.M., dies erschwerte das Laufen etwas und wir legten viele Pausen im Schatten ein. Dort erzählte uns der Führer die Bedeutung, die diese Region bis heute mit dem Pachamama-Ritual (in Blog drei beschrieben) hat. Danach gingen wir hungrig in das Dorf Humahuaca, assen etwas und besichtigten es und kehrten müde zum Haus zurück. Unser letzter Tag in Jujuy startete am nächsten Morgen. Wir besuchen das Dorf Purmamarca mit dem Cerro de los Siete Colores. Danach fuhren wir weiter auf über 4000 m. ü. M. in die Saline. Es war nochmals ein Abschluss, an dem wir viel lachen mussten. Die Führerin der Tour hatte ein kleines Fotoshooting geplant mit Mate Becher, Weinflasche, Lama und Dinosaurier. Die Resultate können sich als lustiges Andenken wirklich sehen lassen.
Mit der Heimfahrt am nächsten Tag endete die Reise. Die Landschaft war komplett anders als in der Schweiz und auch in der Provinz Cordoba. Mir wurde nochmals bewusst, wie gut ich von meiner Gastfamilie aufgenommen wurde. Wir führten lange Gespräche, lachten viel und ich merkte, ein Teil davon zu sein.
Ganz liebe Grüsse aus Argentinien und bis zum nächsten Beitrag!
Hoi miteinander!
Ich wünsche euch ein gutes neues Jahr! In diesem Blogbeitrag erzähle ich euch, wie ich die Festtage in Argentinien gefeiert habe.
Während Weihnachten näher kam, wurden die Läden, Plätze und Strassen im Stadtzentrum dekoriert. Täglich öffnete meine Gastfamilie feierlich ein Türchen einer Adventskalenderkarte, die ich ihnen geschenkt hatte. Diese Dinge erinnerten mich daran, dass wir in der Adventszeit steckten. Ansonsten war nichts, wie ich Weihnachten kannte. Wir hatten meist über 30°C und es wurde spät dunkel. Ich backte zu Weihnachtsmusik Weihnachtskekse, ging aber am Nachmittag in die Badi oder an den See.
Am 24. Dezember bereiteten wir die letzten Geschenke und das Essen für den Abend vor. Den restlichen Tag verbrachten wir gemütlich an einem See. Erst spät am Abend fuhren wir zum Bruder meines Gastvaters. Dort traf sich die ganze Familie um 21:30 Uhr. Jeder trug etwas zum Essen bei und die Auswahl wuchs und wuchs. Omelettentorte, Vitello Tonnato, Käse und Salami, russischer Salat und vieles mehr gab es zur Vorspeise. Zum Hauptgang assen wir (natürlich) ein Asado (Grill) mit einer grossen Auswahl an Salaten. Danach war Mitternacht nur noch wenige Minuten entfernt und die Kinder wurden nervöser. Deshalb schlugen die Erwachsenen vor draussen nach dem Weihnachtsmann zu suchen. Wir zählten die Minuten und um Punkt Mitternacht umarmten und gratulierten wir uns alle zu Weihnachten. Danach rannten die Kinder in das Haus, um nach den Geschenken zu suchen. Diese wurden unter Applaus verteilt und ausgepackt. Ich erhielt Ohrringe, ein Armband und ein Buch von Mafalda. Mafalda ist ein sehr bekannter Comic in Argentinien, von dem überall Souvenirs gekauft werden können. Ich habe mich sehr über meine Geschenke gefreut, insbesondere darüber, die Geschichten von Mafalda kennenzulernen. Für meine Gastfamilie habe ich als Geschenk ein selbst gestaltetes Schweizer Kochbuch vorbereitet.
Nach den Geschenken liess die nächste Mahlzeit, das Dessert, nicht lange auf sich warten. Wir assen Torte, Flan (er hat Ähnlichkeit zu einem Karamelköpfli), meine Weihnachtskekse und viele weitere Snacks.
Zwei Stunden später ging ich komplett vollgestopft schlafen. Wir schliefen im Haus des Bruders, um den nächsten Tag mit der gleichen Familie zusammen zu feiern. Wir verbrachten diesen Tag am Pool und stopften uns mit den Resten des Vortages voll. Alles aufzuessen schafften wir jedoch nicht.
Silvester feierten wir sehr ähnlich. Am Morgen kühlten wir uns wieder im See ab. Danach trafen wir uns mit der Familie meiner Gastmutter. Gemeinsam hatten wir, jeweils für Vorspeise, Hauptgang und Dessert, wieder ein riesiges Buffet zusammengestellt. Um Mitternacht stiessen wir auf das neue Jahr an und genossen mit dem Dessert bis spät in die Nacht die ersten Stunden des neuen Jahres.
Natürlich gab es auch schwierigere Momente in dieser Zeit. Ich vermisste meine Familie und das Weihnachtsfest in der Schweiz. An Heiligabend und Weihnachten telefonierte ich mit meiner Familie. Die restliche Zeit versuchte ich möglichst wenig an die Schweiz zu denken. Das gelang mir auch ziemlich gut, denn die Tage waren so anders, es gab so viele neue Dinge zu erleben und meine Gastfamilie war immer für mich da, dass ich kaum Zeit für Heimweh hatte.
Ganz liebe Grüsse aus Argentinien und bis zum nächsten Beitrag!
Die letzten Wochen waren ein grosses Abenteuer. Denn ich bereiste mit Rotary 17 Tage Patagonien, den Süden Argentiniens. Es war eine der drei Reisen, die mein Distrikt in Argentinien angeboten hat. Ich hatte mich spät entschieden und angemeldet. So kam ich in eine gemischte Reisegruppe von Rotary- und Nicht- Rotary Austauschschülern aus ganz Argentinien.
Am 13. November um ca. 12:00 Uhr in Cordoba war es endlich soweit und ich lernte die ersten Mitreisenden kennen. Manche hatten da schon einige Stunden Busfahrt hinter sich gehabt, andere stiessen jedoch erst bis zum nächsten Morgen zur Gruppe dazu. Der erste Tag und die Nacht vergingen im Bus. Unterwegs legten wir kurze Pausen ein, um zu essen, für Toiletten Stopps oder um uns auf die Nacht vorzubereiten.
Die ersten Fotos von Puerto Madryn, unserem ersten Ziel, konnten wir am nächsten Tag noch vor dem Mittagessen aufnehmen. Aber erst am Abend nach einer Pause und einer Dusche verließen wir das Hotel. In kleinen Gruppen erkundeten wir die Stadt selbstständig. Der Strand begeisterte mich und ich spazierte mit Freunden am Ufer entlang. Auf einem Schiff, das an einem Steg lag, sassen einige Seelöwen und in der Ferne sprangen Wale aus dem Wasser. Es war ein schöner Vorgeschmack auf den kommenden Tag. Denn an diesem fuhren wir in einem Bus zu einem kleinen Dorf am Golf. Dort stieg die ganze Gruppe in ein Boot, das uns nahe an die Wale brachte. Lange Zeit beobachteten wir eine Mutter mit ihrem Jungen, das immer wieder aus dem Wasser sprang. Die Führerin erzählte uns, er täte dies aus Protest. Auf dem Weg zurück zum Ufer folgten wir noch einem weiteren Wal. Den Abend verbrachten wir in der Stadt.
Leider mussten wir uns von dieser am nächsten Morgen schon wieder verabschieden, denn um 6 Uhr fuhren wir weiter Richtung El Calafate. Am Vormittag hielten wir in der Provinz Chubut beim grössten Magellanpinguin-Reservat der Welt. Wir spazierten mit einer Führerin an Pinguinen vorbei, die entspannt am Boden lagen oder zum Meer watschelten. Danach reisten wir den restlichen Tag und die Nacht weiter.
Unerwartet wachten wir früh morgens in einer kleinen Stadt auf anstelle von El Calafate. Die Reiseführer erklärten uns, dass wir aus Sicherheitsgründen hier warten müssten. Draussen tobte ein so starker Wind, dass die Weiterfahrt gefährlich gewesen wäre. Für uns wurde in einer Turnhalle Unterschlupf organisiert. In dieser verbrachten wir den restlichen Tag. Um 22:00 Uhr traf die gute Nachricht ein, die Straße wurde freigegeben. Im Eiltempo packten wir alles zusammen, um uns für die Nacht im Bus vorzubereiten.
Früh morgens erreichten wir endlich El Calafate. Wir bezogen die Zimmer und holten den fehlenden Schlaf in einem gemütlichen Bett nach. Der restliche Tag war entspannt und wir nutzten die freie Zeit, um die Stadt zu erkunden und Souvenirs zu kaufen.
Den Gletscher in El Calafate durften wir am darauffolgenden Tag besuchen. Auch wenn ich bereits Gletscher in der Schweiz gesehen habe, war es ein eindrückliches Erlebnis. Wir spazierten am Gletscher entlang und hielten ständig an, um den Gletscher aus einer anderen Perspektive zu fotografieren. Wenn man aufmerksam war, hörte man sogar, wie Eisblöcke abbrachen und ins Wasser fielen.
Um halb zwei in derselben Nacht ging die Reise im Bus weiter. Das Ziel war Ushuaia, die südlichste Stadt der Welt. Ein kurzer Teil dieser Strecke führte durch Chile. Deshalb mussten wir an allen Grenzposten anhalten und uns jeweils ab- und wieder anmelden. Wir hatten Glück, denn alles ging sehr schnell. Trotzdem dauerte jeder Halt etwa eine Stunde. Am späten Abend erreichten wir Ushuaia.
Dort verbrachten wir die nächsten zwei Tage. Es ist eine wunderschöne Stadt mit einer schönen Landschaft. Wir besuchten den Nationalpark der Provinz, fuhren in die Berge, stoppten an Aussichtspunkten und hatten eine Führung durch einen Wald, in dem wir in der Ferne einen Biber sahen. Dazwischen hatten wir viel Freizeit in der Stadt und ich genoss diese mit Freunden.
Das nächste Ziel war Esquel. Dafür waren wir mit den Pausen und den nervigen Grenzübergängen ungefähr 37 Stunden im Bus unterwegs. Deshalb kamen wir sehr müde in Esquel an, ich spazierte dennoch eine kleine Runde durch die Stadt. Denn am nächsten Tag hatten wir keine Zeit mehr. Morgens besuchten wir den Los Alerces Nationalpark und fuhren nach dem Mittagessen weiter nach Bariloche.
Dies erreichten wir noch am selben Tag und blieben dort für zwei weitere Tage. Die Stadt soll sich etwas an der Schweiz orientieren. Die Natur und einzelne Häuser sind ziemlich ähnlich. Im Winter könnte man dort auch Skifahren, die Stadt ist (meiner Meinung nach zu Recht) auch für ihre Schokolade bekannt und als Souvenir hätte man sich Bernhardiner Plüschtiere mit einem Fass kaufen können. Trotzdem war es für mich anders als in der Schweiz, denn die meisten Häuser, die Landschaft und die Menschen hatten für mich eine eher argentinische Stimmung. Wunderschön und etwas bekannter war es trotzdem. Wir fuhren mit einem Sessellift zu einem Aussichtspunkt, besuchten einen Kletterpark (aus dem wir nach kurzer Zeit wegen eines Waldbrandes evakuiert wurden) und machten am letzten Tag einen Ausflug auf einen Hof. Auf diesem spielten wir Gruppenspiele, ritten eine kleine Runde auf einem Pferd und liessen die ganze Reise Revue passieren. Wir hatten eine wunderschöne Zeit und ich konnte viele neue Freundschaften schliessen.
Deshalb war es umso trauriger, als wir uns am dritten Morgen in Bariloche von den ersten verabschiedeten und unsere Rückreise antraten. Für mich und einige andere endete die Reise am nächsten Morgen wieder in Cordoba. Damit ging einer der Höhepunkte meines bisherigen Austauschjahres zu Ende.
Ganz liebe Grüsse aus Argentinien und bis zum nächsten Beitrag!
Hallo miteinander! In diesem Blogbeitrag erzähle ich euch etwas über die Top zehn Unterschiede, die mir in Argentinien im Vergleich zur Schweiz aufgefallen sind.
Begrüssung: An die herzliche Begrüssung musste ich mich zuerst gewöhnen. Hier begrüssen sich die Leute mit einem Wangenkuss. Wobei es mehr eine Wange an Wange und einen Kuss in der Luft ist. Am Morgen drehe ich eine Runde im Klassenzimmer und verteile an meine Freunde einen Wangenkuss oder einen Handschlag. Das ist auch in meiner Familie wichtig. Wenn ich nach Hause komme, schlafen gehe oder am Morgen aufstehe und jemand zu Hause ist, begrüsse oder verabschiede ich meine Gasteltern immer damit.
15. Geburtstage: Ich war überrascht, wie wichtig der 15. Geburtstag für Mädchen ist. Die meisten Freundinnen von mir sind etwas älter. Glücklicherweise wurde ich über meine Gastbrüder zu einem 15. Geburtstagsfest eingeladen. Es war eine komplett neue Erfahrung. Alle kleiden sich elegant, besonders das Geburtstagskind. Sie trägt meist ein Prinzessinnenkleid. Das Geburtstagskind erscheint erst, nachdem die Gäste angekommen sind. Während sie alle begrüsst, erhält sie von ihren 15 wichtigsten Menschen jeweils eine Rose. Danach tanzt sie mit ihrem Vater und allen Gästen, die sich melden, Walzer. Damit wird die Party eröffnet. Es wird zu Musik getanzt und es gibt ein festliches Buffet.
Verhältnis zu den Lehrpersonen: Mit den Lehrern spricht man fast wie mit Freunden. Wir nennen sie «Profe» und duzen sie. Dadurch werden Lehrer zum Teil weniger ernst genommen, aber das Verhältnis ist lockerer und man fühlt sich als Schüler mehr auf Augenhöhe mit dem Lehrer als in der Schweiz.
Tagesablauf: Der Zeitpunkt, zu dem man morgens aufsteht, hängt stark von der Familie ab. Ich stehe unter der Woche etwa 30 Minuten später auf als in der Schweiz um 7:00 Uhr. Mittagessen wird erst nach 13:00 Uhr zu sich genommen, dies ist aber von Familien abhängig. Der grösste Unterschied ist, dass hier um ca. 18:00 Uhr Merienda (eine Zwischenmahlzeit) gegessen wird. Es ist ähnlich wie ein Zvieri, nur später, wichtiger und aufwändiger. Wir speisen Toast, Facturas, Brot mit Aufstrich, Käse oder Nüsse. Dazu wird meist Mate getrunken. Dadurch beginnt das Nachtessen frühestens um 21:00 Uhr. Treffen finden daher häufig viel später als in der Schweiz statt und können am Wochenende bis ein oder zwei Uhr morgens dauern.
Einkaufsläden: In meiner Stadt gibt es für jedes Bedürfnis viele kleine spezialisierte Läden, z.B. Metzgereien, Obst- und Gemüsehändler, Bäckereien, Papeterien, Papierwarengeschäfte und noch viele mehr. Supermärkte gibt es, aber wir gehen kaum dort einkaufen. Spontan, wenn wir etwas brauchen, spazieren wir zu einem der spezialisierten Läden.
Öffentlicher Verkehr: Seit ich in Argentinien bin, habe ich keinen Zug mehr gesehen. Das meistgebrauchte öffentliche Verkehrsmittel in meiner Region ist der Bus. Für kurze Distanzen, wie für den Schulweg, sind die Verbindungen sehr zuverlässig und regelmässig. Längere Strecken, zum Beispiel ein Ausflug nach Córdoba, sind komplizierter und dauern länger. Zwischen grossen Städten existieren häufig direkte Verbindungen mit Nachtbussen. Einen solchen habe ich aber noch nie ausprobiert.
Streunende Tiere: Streunende Hunde gehören zum argentinischen Strassenbild. Zum Glück kümmern sich viele Personen um die Hunde. So hat meine zweite Gastfamilie vier Strassenhunde bei sich aufgenommen. Aber es sind so viele, dass dies leider lange nicht ausreicht.
Währung und Preise: Die Inflation ist sehr stark, die Preise können sich schnell verändern. Auch der Wert des argentinischen Pesos verändert sich rasant. Deshalb kostet eine Packung Kaugummis etwa 1000 Pesos und ein Schweizer Franken hat momentan einen Wert von etwa 1800 Pesos. Das meiste ist günstiger, aber nicht alles. Kleider, Markenartikel oder importierte elektronische Geräte haben ähnliche Preise.
Lebensverhältnisse: Die unterschiedlichen Schichten kann man stark wahrnehmen. So leben hier viele Menschen in geschlossenen Wohnvierteln und kurz darauf fährt man an armen Nachbarschaften vorbei. Allgemein ist mir aufgefallen, dass die Lebensverhältnisse oft einfacher sind. Zum Beispiel haben die meisten Häuser keinen Geschirrspüler oder es fahren Autos herum, die in der Schweiz kaum mehr fahren würden. Aber es fehlt einem an nichts und man fühlt sich bei seiner Gastfamilie und Freunden sofort wohl.
Menschen: Die Menschen in Argentinien sind sehr offen, herzlich und besitzen eine positive Einstellung zum Leben. Es ist mir leicht gefallen, neue Freundschaften zu schließen, denn ich wurde direkt freundlich und mit viel Interesse angesprochen. Meine Freunde und Familien sind sehr spontan, weshalb Treffen oft kurz vorher vereinbart werden. Auf diese Weise erhält Pünktlichkeit eine neue Definition und ich muss mindestens eine halbe Stunde mehr einrechnen, bis alle ankommen.
Liebe Grüsse aus Argentinien und bis zum nächsten Beitrag.
Hallo miteinander!
Seit ich in Argentinien bin, möchte ich jeden Tag so viel wie möglich erleben. Deshalb habe ich fast immer etwas vor.
Wie bereits in einem früheren Blogbeitrag erwähnt, spiele ich freitags Fussball. Dazu wurde ich von einer Freundin aus meiner Klasse eingeladen. Die Gruppe ist sehr lustig. Es spielen Mütter, Kinder, Tanten und Freunde. Dadurch sind die Altersgruppen gemischt. Immer wieder wird über den Platz geschrien ‚Vamos Mamá!‘ (=komm Mama) oder ‚Mira tía!‘ (=Schau Tante). Wir treffen uns immer um 22:00 Uhr und warten danach auf einen älteren Herrn, den wir für den Platz bezahlen. Danach schaltet er die Platzbeleuchtung ein. Dies ist der Startschuss für unser Spiel ohne vorherige Trainingseinheit oder langes Aufwärmen. Gespielt wird einfach zum Spass. Wenn ein Fehler passiert, wird darüber gelacht und weiter geht es. Meistens spielen wir eine Stunde bis 23:00 Uhr. Zu Beginn war es für mich ungewöhnlich, dass es so spät ist. Aber ich denke, im Sommer werde ich sehr froh darüber sein.
Mit Volleyball habe ich Ende September angefangen. Wir treffen uns am Montag, Dienstag und Donnerstag. Dieses Training startet früher und wir trainieren immer eineinhalb Stunden. Ich lerne viel und habe durch diese Trainings eine neue Sportart entdeckt, die mir sehr gefällt. Anfangs fiel es mir zwar schwerer als in der Schule, im Training auf Spanisch ins Gespräch zu kommen. Aber die Mädchen waren so herzlich und offen, dass dies nur zu Beginn ein kleines Problem war.
An meinem letzten freien Wochentag, dem Mittwoch, besuche ich seit zwei Wochen einen spanischen Kurs. Dies ist Pflicht in meinem Distrikt. Lange habe ich nach einem gesucht, denn die meisten Kurse sind in Córdoba, was für mich schwierig zu erreichen ist. Vor einem Monat meldete ich mich bei einem Onlinekurs der Universität an. Dieser wurde jedoch kurz darauf abgesagt. Deshalb gehe ich nun zu einem Freund meiner Gastfamilie. Er hat ein Austauschjahr in Deutschland gemacht und spricht dadurch Deutsch und Spanisch. Ein Grossteil ist das Lernen und Repetieren zu Hause. Aber er hilft mir, die Grammatik zu verstehen und klärt meine Fragen.
Zusätzlich kommen noch Rotary Veranstaltungen, Treffen mit Freunden und Ausflüge mit meiner Gastfamilie dazu. Darum muss ich bereits häufig ein Training absagen.
Das ist meistens auch mein Plan für das Wochenende. Mit meinen Freundinnen treffe ich mich, um zusammen Mate zu trinken (wobei ich den nur mit Zucker mag, was viele Argentinier nicht gerne sehen), gemeinsam zu kochen oder einen Film zu schauen. Ansonsten ist eines meiner liebsten Wochenendprogramme, in die Berge zu fahren. Dort kann man super wandern oder sich einfach an einen gemütlichen Fluss setzen und wenn einem heiss wird, ins Wasser springen. Meist gehe ich mit meiner Familie, manchmal aber auch mit meinen Freunden. Einmal waren wir auf einem Schulausflug mit meiner ganzen Klasse in den Bergen. Dies ist bis jetzt einer meiner Lieblingstage. Wir versammelten uns in der Schule und fuhren mit dem Bus zum Start unserer Wanderung. Wir liefen etwas mehr als eine Stunde, bis wir einen Wasserfall erreichten. Es war etwas bewölkt und angenehm zum Laufen. Am Fluss angekommen, wurde es jedoch sogar etwas frisch. Wir assen die erste Zwischenmahlzeit und sassen gemütlich in Gesprächen vertieft am Fluss, bis es Zeit für das Mittagessen wurde. Nach dem Mittagessen kam endlich die Sonne heraus. Es wurde so warm, dass auch ich mich ins Wasser traute. Wir sprangen mit unseren Kleidern von einer kleinen Klippe ins Wasser. Wieso wir mit unserer Kleidung im Wasser waren, weiss ich nicht, aber alle Mädchen meiner Klasse machten es. Es war erfrischend und wir schwammen zu einem kleinen Wasserfall. Danach schwammen wir wieder zurück und wiederholten den Sprung noch einige Male. Wieder am Ufer angekommen, machten wir uns in frischen und trockenen Kleidern auf den Heimweg. Doch der Tag war noch nicht zu Ende, denn ich traf mich noch mit einigen Freundinnen, um einen Film zu schauen. Wir hatten viel Spass, weshalb wir uns dazu entschieden, noch gemeinsam zu kochen und zu essen. Wir bereiteten den Teig, die Sauce, den Belag und das Feuer selbst vor, um Pizzen auf dem Grill zu machen. Dies dauerte eine Weile, sodass ich an einem Wochentag erst nach 23:00 Uhr zu Abend ass. Kaum zu Hause angekommen, fiel ich erschöpft und mit einer ausgezeichneten Pizza im Magen ins Bett.
Ganz liebe Grüsse aus Argentinien und bis zum nächsten Beitrag.
Hallo miteinander! Heute möchte ich euch vom Orientierungswochenende mit Rotary berichten und wie ich die anderen Rotary Austauschschülern kennengelernt habe.
Schon vor der Abreise begann der Kontakt zwischen den Austauschschülern in einem Gruppenchat, in dem sich alle vorstellen mussten. Daraufhin entstanden die ersten kleineren Gruppen. So war ich etwas später in einem Chat mit allen aus der Umgebung Córdoba.
Kurz nach meiner Ankunft wurde von meinem Rotary-Club ein Bingoabend organisiert für Inbounds, Outbounds und ihre Familien. Während des Abends konnten sich die Inbounds zum ersten Mal vor den anwesenden Rotary-Mitgliedern vorstellen. Natürlich wurde Bingo gespielt. Zusätzlich erhielten wir von der Schule, in der das Treffen stattfand, eine Führung. Zuletzt wurde der Geburtstag von allen gefeiert, die in diesem Jahr schon Geburtstag hatten.
Das nächste organisierte Treffen von Rotary war das Orientierungswochenende, an dem alle Inbounds und zukünftigen Outbounds teilnahmen. Das Wochenende startete am Freitagmorgen am Busbahnhof in Córdoba, wo sich alle versammelten. Dabei war ich eine der Glücklichen, die in der Umgebung von Córdoba lebt und eine Anreise von unter einer Stunde hatte. Einige hatten zu dieser Zeit schon eine über zehnstündige Fahrt mit einem Nachtbus hinter sich. Die grossen Entfernungen sind etwas, woran man sich gewöhnen muss. Bereits die Provinz Córdoba ist etwa viermal die Fläche der Schweiz.
Danach fuhren wir von Córdoba in mehrere Busse aufgeteilt nach La Falda. Angekommen stellten sich alle in einer langen Schlange an für die Zuteilung eines Zimmers, das Vorzeigen einiger wichtiger Dokumente und die Abgabe eines Liters weisser Farbe. Diese musste jeder mitbringen und wurde später an einige öffentliche Schulen gespendet. Anschliessend konnte jeder sein Zimmer beziehen. Dabei lernte ich meine Zimmergenossinnen kennen, zwei Argentinierinnen und eine Austauschschülerin aus Tschechien. Nach einer kurzen Pause und dem ersten Kennenlernen begannen die Gespräche und Vorträge über die Regeln, das Verhalten, die Rotary-Struktur und die möglichen Reisen dieses Jahres. Dazwischen gab es mehrere Pausen mit Snacks und Getränken. Besonders interessant fand ich die Berichte über die möglichen Reisen. Auch wenn der Rest sich nicht allzu spannend anhört, fand ich es wichtig, die Regeln und Tipps aus der Sicht von Rotary in Argentinien zu hören. Die Nacht war eine Abwechslung zu dem Tagesprogramm, denn es gab eine Pyjamaparty, bei der wir Musik aus aller Welt feierten und tanzten.
Am nächsten Tag war trotz der kürzeren Nacht um 8:00 Uhr das Frühstück und kurz darauf spazierten wir gemeinsam zu dem Hotel Eden. Dies ist ein ehemaliges Luxushotel, welches im späten 19. Jahrhundert errichtet worden war und in welchem es angeblich spuken soll. Am Tag bekam ich jedoch nicht viel davon mit. In unserer Führung lernten wir etwas über die damalige Technik, die damalige Vorstellung von Ferien und die Verbindungen zum Nationalsozialismus in Deutschland. Nachdem wir mit vollen Mägen wieder in unserem Hotel ankamen, wurde uns eine argentinische Tradition näher gebracht, das Pachamama-Ritual. Dabei dankt man Mutter Erde (Pachamama), schätzt ihre Gaben, bringt ihr Opfergaben und bittet um eine gute nächste Ernte und gute Klimabedingungen. Jeder durfte es durchführen und natürlich musste ich es ausprobieren. Dazu wurden zu Beginn alle mit Konfetti bestreut und eingeräuchert, um sich energetisch reinigen zu lassen. Danach trat ich mit einer Freundin an das Loch in der Erde. Wir wurden mit einer Decke bedeckt und das Ritual startete. Im nächsten Teil leerten wir mit zwei Händen in einem Kreuz Dinge in das Loch, die von Mutter Erde gegeben wurden und die als Opfer zurückgegeben werden. Wir gaben Wasser und unverarbeitete Lebensmittel wie Nüsse oder Karotten. Die Erwachsenen gaben noch Alkohol und Zigaretten. Zum Abschluss überkreuzten wir die Hände über dem Loch.
Später hatten wir die letzte Gesprächsrunde über Familie, Schule und Weiteres, bei der jeder seine Erfahrungen teilen konnte. Einer meiner Höhepunkte war der Austausch der Pins. Ich konnte zwar noch nicht mit Schülern aus allen Ländern Pins austauschen, dennoch wurde mein Blazer sehr voll. Am Ende wurde der letzte Abend mit Shows von Tänzen aus all den verschiedenen Ländern und einer anschliessenden Party beendet.
Am letzten Tag machten wir noch Gruppenfotos und es gab einige letzte Worte, bis wir uns wieder alle in den Bus setzten. Kurze Zeit später verabschiedeten wir uns in Córdoba.
Der Kontakt zwischen uns Austauschschüler hat sich sehr gut entwickelt. Wir haben uns bereits nebst den Rotary Treffen getroffen. Zudem habe ich durch das Wochenende Kontakt mit einigen Personen, welche nicht in der Nähe leben, die ich aber hoffentlich auf den Reisen oder an anderen Orten wieder treffen werde.
Hallo miteinander! Ich kann es kaum glauben, wie die Zeit verflogen ist. Aber nun bin ich schon länger als ein Monat hier in Argentinien. In diesem Beitrag möchte ich euch erzählen, wie es mir in meiner bisherigen Zeit ergangen ist und ob ich bereits im argentinischen Alltag ankommen konnte.
Mit meiner Gastfamilie habe ich ein sehr gutes Verhältnis. Bereits nach den ersten Tagen hatte ich das Gefühl, als Familienmitglied wirklich dazuzugehören. Wir sitzen gemeinsam am Esstisch, spielen Spiele, führen lange Gespräche und ich begleite sie auf den Ausflügen. Sie haben sich auch sehr viel Mühe gegeben, sodass ich mich möglichst gut aufgenommen fühle. Wenn es mir einmal zu viel wurde, konnte ich mich immer für etwas Ruhe zurückziehen. Auch sonst probieren sie mir, den Übergang möglichst reibungslos zu gestalten. Weshalb meine Gastgeschenke fleissig in Gebrauch genommen wurden. So wurde die Schweizerlaterne zur neuen Wohnzimmerlampe, das Aromat zum Fleischgewürz für ein Asado und die Farmer-Stängel zum Snack während unseren Ausflügen. Damit ich meine nächste Gastfamilie bereits kennenlernen konnte, habe ich mich mehrmals mit meiner zweiten Gastfamilie getroffen. Dies auch, weil ich mich sehr gut mit meiner Gastschwester verstehe. Sie reist allerdings schon bald nach Ungarn ab in ihr Austauschjahr.
Auch die argentinische Schule ist ein Teil meines Alltags geworden. Ich gehe in Unquillo auf die öffentliche Schule ProA Unquillo. Diese Schule hat im Vergleich zu anderen Schulen längere Schultage und soll einem neuen Ausbildungssystem folgen, bei dem der Fokus auf praktische Arbeit in den wissenschaftlichen und technischen Fächern liegt, speziell Informatik. Das Schulgebäude wurde vor einem Jahr eröffnet und ist daher sehr modern. Mir gefällt besonders, dass unsere Schule einen Schulhund hat. Ihr Name ist Rita und sie spaziert gerne durch die Gänge und leistet Gesellschaft. Bisher gefällt es mir in meiner neuen Schule und meinem neuen Schulalltag sehr. Ich stehe morgens um ca. 7Uhr auf, mache mich für den Tag bereit und werde danach von meiner Gastmutter zusammen mit meinem Gastbruder in die Schule gefahren. Der Unterricht startet nach Plan um 8Uhr. Doch meist starten wir später, weil alle sich noch unterhalten und viele Schüler und manchmal auch die Lehrer erst einige Minuten später eintreffen. Der Unterricht hat sehr viele Unterschiede zum Unterricht in der Schweiz. Ich habe neue Fächer wie Psychologie, Theater und Robotik. Manche Fächer wie Kunst hatte ich auch in der Schweiz, aber hier sind sie ganz anders. In der Schweiz hatte ich malen und zeichnen. Hier lernte ich im letzten Monat, wie man die traditionellen argentinischen Folkloretänze tanzt. Ansonsten sind die Fächer sehr ähnlich und ich muss leider auch hier Mathematik und Physik lernen. Mein Schultag endet meist zwischen 15:00-16:00 Uhr. Danach nehme ich gemeinsam mit meinen Freunden den Bus nach Hause.
Meine Klasse hat mich sehr gut aufgenommen. Meine Mitschüler sind sehr freundlich und offen. Trotz Sprachbarrieren konnte ich mit etwas Spanisch, einfachem Englisch, Händen und Füssen und grosser Hilfe von Übersetzungsprogrammen erste Freunde finden. Ich wurde zu vielen Treffen eingeladen, gehe Fussball spielen und auch bei Schularbeiten werde ich, wo es geht, mit eingebracht.
Zudem wurde mir der Schulstart sehr erleichtert dadurch, dass im September viele Events waren, an denen alle Schulen von Unquillo teilnahmen. Für die zwei grössten Events, eine Tanzshow und einen Umzug trafen sich die teilnehmenden Schüler meist während der Schulzeit und manchmal auch danach. In dieser Zeit lernten wir die Tänze, bereiteten uns auf unsere jeweilige Aufgabe beim Umzug vor oder kümmerten uns um die Kleider und die Kostüme. Dadurch konnte ich ausserhalb meiner Klasse viele Kontakte knüpfen und neue Freunde finden. Bereits nach wenigen Wochen war es soweit und wir hatten die letzten Trainings vor der Tanzshow. Ich war sehr nervös und hatte Zweifel, ob ich das wirklich kann. Aber im Nachhinein bin ich sehr froh, diese Erfahrung in meinem Austausch mitgenommen zu haben. Obwohl mir einige Fehler passiert sind, war die Stimmung auf der Bühne grossartig und ein Erlebnis, welches ich wahrscheinlich so nie mehr erleben werde.
Mein Höhepunkt, war aber der Umzug. Jeder musste passend zum Motto verkleidet erscheinen. Es gab verschiedene Gruppen, bei denen man mitmachen konnte, die Trommler, die Tänzer, die Figuren (speziell verkleidete Schüler) und die Flaggenschwinger. Ich war bei den Flaggenschwinger und auch wenn meine Arme bereits in der Hälfte schlapp wurden und ich mir vier Mal während des Umzugs die Fahne ins Gesicht schlug, war es einfach unglaublich vor so vielen Leuten, die Schule zu präsentieren. Es war etwas worauf wir uns so lange vorbereitet hatten. Nach dem Umzug wurde deshalb auch noch etwas gefeiert und ich traf mich mit einigen Leuten aus meiner Klasse, um gemeinsam Hotdogs zu essen.
Im ersten Monat war sehr viel los. Jetzt nach diesen Events werde ich mir neben dem Fussball etwas Neues suchen, das ich nach der Schule machen kann. Aber ansonsten habe ich das Gefühl, sehr gut im Alltag angekommen zu sein.
Ganz liebe Grüsse aus Argentinien und bis zum nächsten Blog!
Hallo miteinander, ich bin Nives 16 Jahre alt und nehme euch mit diesem Blog in meinem Austauschjahr in Argentinien mit. Ich bin am 13.August losgeflogen und erzähle in diesem Blogbeitrag, wie es mir vor der Abreise ergangen ist und von meinem ersten Tag in Argentinien.
Mir wurde bewusst, dass meine Abreise nur noch wenige Tage entfernt ist, als mir immer weniger Termine bis zur Abreise zur Verfügung standen, um etwas mit Verwandten und Freundinnen zu unternehmen. Denn die Wochen vor der Abreise verbrachte ich damit, alle nochmals zu treffen. Meine Freundinnen lud ich zu einer kleinen Abschiedsfeier ein. Wir verbrachten einen wunderbaren Tag gemeinsam. An diesem Tag wurde mein Koffer auch so bunt. Denn jeder verewigte sich noch mit seinem Namen und schrieb oder malte etwas dazu. Obwohl ich mich bereits von vielen hätte verabschieden können, entschied ich, am ersten Schultag für das Mittagessen ein letztes Mal in meine Schule zu gehen. Denn an meiner Feier konnten nicht alle dabei sein, da viele in den Ferien waren. So konnte ich mich einmal von allen verabschieden. Mit Smoky unserer Katze und unseren restlichen Haustieren verbrachte ich extra noch mehr Zeit als sonst. Die meisten Abschiede waren für mich nicht sehr emotional, weil mein Kopf nicht verstehen konnte, dass ich Menschen und Tiere, die sonst in meinem täglichen Leben eine wichtige Rolle spielen, für ein Jahr nicht mehr sehen werde. Wenn ich in diesen Tagen an mein bevorstehendes Austauschjahr dachte, verspürte ich Erwartung, Vorfreude, Energie und Spannung. Gleichzeitig hatte ich auch Angst und war nervös vor dem zurücklassen meines Lebens in der Schweiz, dem Flug, der Sprache, dem ersten Treffen mit meinen Gastfamilien, dem ersten Schultag und noch vielem mehr. Ich finde jedoch, dass es normal ist, vor einem Austauschjahr nervös und etwas ängstlich zu sein. Das Wichtigste ist, dass diese Gefühle nicht überwiegen und man dennoch den Schritt wagt.
Am Tag der Abreise fing ich an alles zu realisieren, weshalb bei der Verabschiedung auch ein paar Tränchen flossen. Doch es blieb mir nicht viel Zeit und ich musste kurz darauf am Security Check anstehen und mich auf dies konzentrieren. Da ich zuvor noch nie allein geflogen bin, hatte ich Angst, das Gate nicht zu finden. Es lief jedoch alles gut, auch beim Umsteigen in Madrid kam ich nach einer halben Stunde laufen ohne grosse Probleme beim Gate an.
Am nächsten Tag landete ich im Dunkeln am Morgen in Cordoba. Da ich im Flug nicht viel schlafen konnte verwirrte es mich das die Sonne aufging und nicht unterging. Doch ich kämpfte mich müde durch alle Security Checks, bis ich es endlich geschafft hatte und dem Ausgang gegenüberstand. Als die Schiebetüren sich öffneten und ich heraus trat, hörte ich lautes Jubeln und ich wurde in die erste Umarmung eingeschlossen. Es war eine sehr herzliche Begrüssung alle haben mich umarmten und es war eine fröhliche Stimmung. Kurz darauf haben wir den Flughafen verlassen und ich konnte meinen ersten Eindruck von Argentinien aus einem Autofenster sammeln, bis wir in Unquillo, der Heimatstadt meiner ersten Gastfamilie, ankamen. Bereits am ersten Tag haben wir viel unternommen. Sie zeigten mir Unquillo, die nahegelegenen Berge und wir gingen meine zweite Gastfamilie besuchen, um meine SIM-Karte abzuholen. Ich habe auch viel gegessen, denn wir frühstückten, dann gab es Empanadas, dann Gnocchi, dann Facturas (Gebäcke aus Argentinien) und dann zum Abendessen Pizza und Empanadas.
Mein erster Eindruck von Argentinien war sehr schön. Die Berge und die restliche Landschaft in meiner Region finde ich wunderschön, die Leute sind sehr offen, herzlich und reden sehr viel. Ich habe mich direkt sehr wohl gefühlt.