Larina in Argentinien

Mein Jahr in Argentinien

17.08.2026

3. Beitrag: Schule in Argentinien

Nach meiner Sightseeing-Tour in Buenos Aires sind wir nach Gálvez gefahren. Am nächsten Tag stand dann bereits für mich `Schule` auf dem Programm. Meine Gastmutter meinte: «Wenn du zwei Stunden bleibst, ist das schon genug. Du musst nicht den ganzen Nachmittag bleiben.» Wir haben nämlich von 13:00 bis 18:00 Uhr Schule! Ich dachte mir: In der Schweiz gehe ich jeden Tag vom Morgen bis am Abend in die Schule, das kann ja nicht so anstrengend sein. Denkste!

Nach dem chilligen Morgen kamen dann auch schon meine schwarzen Schuhe und der Rest meiner Schuluniform zum Einsatz. Und danach ging es direkt mit dem Velo in die Schule. Zum Glück besucht mein Gastbruder dieselbe Schule, so war der Einstieg etwas leichter… Da ich eine katholische Schule besuche, versammeln sich jeden Tag alle Schülerinnen und Schüler auf dem Innenhof vor der Schule. Die Direktorin liest einen Vers aus der Bibel vor und danach beten wir gemeinsam. Anschliessend geht es in den Unterricht.

Als ich dann ins Klassenzimmer kam, ging die Fragerei los. Mein Plan, einfach «Hola» zu sagen und freundlich zu lächeln, war damit ziemlich schnell zunichtegemacht. Nach etwa zwei Minuten hatte sich die ganze Klasse um mich versammelt und alle fragten mich gleichzeitig irgendwelche Dinge: Was ist dein Musikgeschmack? Bist du Boca-Juniors- oder River-Plate-Fan? Und so weiter… Irgendwie kam ich mir vor wie ein Superstar! Aber natürlich alles auf Spanisch. Nur Lara, ein Mädchen aus meiner Klasse, kann etwas Englisch, und so wurde sie für die ersten zwei Wochen zu meinem persönlichen Übersetzer. An diesem Abend hatte ich einen Kopf, gefühlt so gross wie ein Heissluftballon, war total erledigt und habe mir gedacht: Also zwei Stunden hätten tatsächlich gereicht!!!

In den ersten zwei Wochen habe ich nicht viel vom Unterricht mitbekommen, doch es ging  hauptsächlich um mich. Die ganze Klasse hat wild mit den Lehrern über mich diskutiert, wobei ich bis heute nicht weiss worüber. So langsam habe ich mich nun an den Schulalltag gewöhnt. Hier werden viele Fächer unterrichtet, die in der Schweiz nicht existieren, wie z.B. Planung der Stadt, Plakate basteln usw. Auch wurden schon Prüfungen geschrieben. Die Lehrerin verkündete mir fünf Minuten vor der Mathe-Prüfung, dass ich da gleich mitschreibe, obwohl ich dieses Thema in der Schweiz nicht gelernt habe und hier nur kurz in einer Lektion etwas darüber hörte. Das fängt ja schon mal gut an. Egal! Zahlen sind ja überall gleich, das kommt schon gut! Denkste! Die Zahlen sind ja schon gleich, aber der Taschenrechner war komplett anders. Nach ca. 20 min. habe ich mich dann überwunden die Lehrerin zu fragen, wie hier der Taschenrechner funktioniert. Nachdem alle Mitschüler etwa 5min. gelacht haben, ging es schlussendlich gut aus.

Es gibt auch immer wieder spezielle Tage. Manchmal gehen wir mit der ganzen Klasse in die Kirche und halten einen Gottesdienst, anstatt des normalen Unterrichts. An anderen Tagen spielen wir einfach den ganzen Tag Gemeinschaftsspiele, wegen eines speziellen Tages, wie z.B. dem Frühlingsstart.

Ich habe schon von Anfang an viele neue Freunde gefunden und wurde bereits zu vielen Partys eingeladen. Die Partys hier beginnen erst nach Mitternacht und dauern teilweise bis sechs Uhr morgens. Jetzt weiss ich auch, warum die Leute hier so viel Mate trinken. Egal, ob man es mag oder nicht – nach so langen Partys braucht man einfach Koffein!!! Genau so mache ich das jetzt auch…. bin mir jedoch immer noch nicht sicher, ob ich ihn mag, oder mich einfach daran gewöhne.

Auch wenn mein Spanisch noch lange nicht perfekt ist, fühle ich mich immer wohler. Ich kann mich inzwischen schon viel besser mit meinen Freunden unterhalten und verstehe immer mehr. Natürlich gibt es noch Situationen, in denen ich nicht alles verstehe, aber ich merke, dass es langsam, aber sicher besser wird und meine Übersetzerin wird schon bald arbeitslos.

Da ich im Moment nicht so viele Hobbys habe, weil es schwierig ist, etwas Neues anzufangen, da das Jahr schon fast zu Ende ist, treffe ich mich oft nach der Schule mit Freundinnen für einen Walk oder um Truco, ein argentinisches Kartenspiel, zu spielen usw. Das sind für mich jeweils besonders schöne Momente.

Nun bin ich ca. 1 Monat in Argentinien und habe schon viele kulinarische Köstlichkeiten probiert … Jetzt bin ich an der Reihe, ihnen ein bisschen Schweizer Kultur in Form eines Schweizer Gerichts näherzubringen. Falls euch interessiert, was ich ihnen koche und ob es ihnen schmeckt, dann lest meinen nächsten Blog!
Hasta luego!

 

2. Beitrag: Ankommen in Argentinien

Der Abschied von meiner Familie und meinen Freunden am Flughafen war natürlich emotional, wie jeder Abschied. Doch danach stieg die Vorfreude auf Argentinien nach und nach. Jetzt ist es nicht mehr nur ein Traum, sondern es ist real!!! Kein Zurück mehr!

Ich bin mit Nick, einem anderen Austauschschüler, zusammen geflogen, was mich sehr beruhigt hat, denn wenigstens konnte einer von uns beiden etwas Spanisch – und ich war es eindeutig nicht…

Nach 11 Stunden Flugzeit mussten wir in São Paulo, oder eben auch „Sao Pablo“, umsteigen. Ich dachte mir: Easy, am Flughafen können sowieso alle Englisch. Denkste! Es stellte sich heraus, dass sie erstens nur Portugiesisch sprachen und zweitens selbst keine Ahnung hatten. Wir zeigten also einer Mitarbeiterin unser Ticket und fragten sie, wohin wir gehen mussten. Ihre Antwort war ungefähr: „Ich weiß auch nicht, vielleicht nach unten, vielleicht nach oben.“ Schlussendlich haben wir dann doch das richtige Gate gefunden. Als dann aber etwa 10 Minuten lang ein Flug nach Buenos Aires ausgerufen wurde und wir, by the way, kein Wort verstanden, waren wir ziemlich froh, dass es nicht unser Flugzeug war, das gerade gestartet ist…

Am Flughafen in Buenos Aires konnte, wie schon in São Paulo, auch niemand Englisch. Bis wir den Ausgang – übrigens „Salida“ – gefunden hatten, war sicher über eine Stunde vergangen. Als sich dann endlich die Türen nach draußen öffneten, sahen wir unsere Gastfamilien mit einem riesigen Plakat auf uns warten. Ich wurde noch nie so herzlich in meinem Leben begrüßt!

Dort haben Nick und ich uns nun für ein Jahr zum letzten Mal gesehen. Für mich ging es danach direkt weiter nach Buenos Aires. Ich würde sagen, wir haben dort alle Sehenswürdigkeiten in Rekordzeit gesehen. Unsere Tage bestanden hauptsächlich aus Sightseeing und Essen. Am Anfang dachte ich noch, dass ich vielleicht Hunger haben würde, da sie hier ja zu anderen Zeiten essen. Denkste! Denn sie essen nicht nur die drei Mahlzeiten, sondern irgendwie die ganze Zeit. Das erste Mal ein wenig Hunger hatte ich nach etwa fünf Tagen…

Wir haben uns also so zusagen durch Buenos Aires gegessen und dabei alle möglichen Spezialitäten probiert: Asado (traditionelles Fleisch), Alfajor, Dulce de Leche und natürlich war das Erste, was sie mir gekauft haben, ein Mate. So konnte ich schon meine ersten Erfahrungen mit Mate machen.

Ob man sich wirklich an den Mate hier in Argentinien gewöhnen kann oder ihn sogar anfängt zu lieben, erfahrt ihr im nächsten Blog.

Hasta luego!

PS: Und für alle, die sich gefragt haben, ob ich mein Gepäck schlussendlich noch auf 23 kg gebracht habe: Ja, tatsächlich! Ich habe es geschafft!

Erster Beitrag: Der Countdown läuft...

Der Countdown läuft, jetzt kann ich die Tage bis zu meiner Abreise nach Argentinien schon an einer Hand abzählen.

Anfangs Ferien schien alles noch so weit entfernt. Das erste Mal, als es mir richtig bewusst wurde, dass mein grosses Abenteuer schon bald losgeht, war anfangs August, als wir unseren Austauschschüler Holden aus den USA am Flughafen abholten. Holden meinte da zu mir: «Larina, this will be you in two weeks!» Stimmt, habe ich mir gedacht, in zwei Wochen werde ich in Buenos Aires am Flughafen abgeholt… also ich hoffe sehr, dass mich meine Gastfamilie dann auch am Flughafenausgang erwartet.

Da meine Abreise nun von Tag zu Tag näher rückt, steigt auch die Nervosität und die Vorfreude immer weiter an. Ich freue mich riesig, diese Erfahrung machen zu dürfen und den Alltag in einem anderen Land kennenzulernen. Doch ich mache mir natürlich auch einige Gedanken zur Reise, vor allem wegen meinem Spanisch, welches noch nicht richtig existiert. Ich bin mir jedoch sicher, dass ich mich schnell an das Leben dort gewöhnen werde und ich von Tag zu Tag mehr verstehen werde und mein Spanisch immer besser wird.

Letzte Woche bin ich quer durch die Schweiz gereist, um mich von allen Verwandten und Freunden zu verabschieden. Dies war mir sehr wichtig und habe ich genossen. Es hat aber auch sehr viel Zeit in Anspruch genommen. Nicht so schlimm, habe ich mir gedacht, dass Packen geht ja dafür schnell. Denkste! Es ist ja nicht wie Packen für die Sommerferien, sondern Packen für ein ganzes Jahr für ein Land, welches ich vorher noch nie besucht habe. Mir hat es sehr geholfen, Kontakt mit meiner Gastfamilie aufzunehmen und von denen einige Tipps zu bekommen – schwarze Schuhe für die Schule hätte ich sonst sicherlich nicht eingepackt… weil ich gar keine habe.

Also habe ich den heutigen Tag, übrigens einer meiner letzten Tage in der Schweiz, nicht mit Chillen, sondern mit Last-Minute-Shopping verbracht. Jetzt bin ich so richtig erledigt, aber wenigstens ist nun alles bereit. Und da kommt schon das nächste Denkste! Das heisst Gewichtslimite. Ich habe zwar alles Nötige auf einem Haufen, aber dieser Haufen ist zu schwer. Mit Kleidern und ähnlichem habe ich mich zwar recht zurückgehalten, aber ich habe viele Schweizer Souvenirs und Schokolade als Geschenke für meine Gastfamilien und viele andere Leute in Argentinien gekauft. Dies macht schon ein Viertel der Gewichtslimite aus. Dazu habe ich von Freunden in der Schweiz auch Geschenke für meine Reise erhalten, wie z.B. eine Schüttel-Schnee-Kugel, falls ich den Schweizer Winter vermissen sollte.

Ich befürchte, dass mir die Packerei resp. die Gewichtslimite noch ein, zwei schlaflose Nächte bescheren könnte. Ob ich es schaffen werde, alles Nötige plus alle Geschenke in die 23 Kilo zu packen, kannst du in meinem nächsten Bericht nachlesen. Ich bin da selbst auch schon gespannt drauf!

Rotary Jugendaustausch Schweiz / Liechtenstein
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